Europaweite Informationspflicht für „Non Financials“ ab dem Jahr 2017 


Die Europäische Union verlangt von Unternehmen ab dem Jahr 2017 neben den bisherigen Berichtspflichten (Lagebericht) auch Auskunft zu nicht-finanziellen Informationen: Ökologie, gesellschaftliche wie soziale Aspekte, Strategie und Wertschöpfungskette. Diese Pflicht betrifft Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern oder mit mehr als 40 Millionen Euro Jahresumsatz oder mit Kapitalmarktorientierung.

Ein diese „Non Financials“ umfassender Nachhaltigkeitsbericht nach internationalen Standards bringt Struktur in das Nachhaltigkeitsmanagement und spiegelt dessen Entwicklungen wie Erfolge. Ein solcher Bericht erhöht die Glaubwürdigkeit in der (Außen-)Darstellung und verbessert die Möglichkeiten des Unternehmens am (Kapital-)Markt.

Aber: Ein solcher Nachhaltigkeitsbericht erfordert auch die Erfassung, Auswertung und Aufbereitung einer ganzen Reihe an zusätzlichen Daten und Informationen. Dies organisatorisch vorzubereiten, geschieht jedoch nicht über Nacht, sondern bedarf einer gewissen Vorlaufzeit. Und: Wer keine Nachhaltigkeitsstrategie besitzt, der wird an der Berichterstattung und deren Inhalten verzweifeln. Denn es fehlt die Basis, die erhobenen Daten und Informationen zu strukturieren sowie nachvollziehbar und plausibel darzustellen und zu erläutern.

Nichtsdestotrotz: Die Nachhaltigkeitsberichterstattung und darauf folgende externe wie interne Rückmeldungen aus der Kommunikation erleichtern die interne Steuerung von Nachhaltigkeit erheblich. Dies ist auch einer der Gründe, warum die Europäische Union in der Unternehmensberichterstattung auch nicht-finanzielle Aspekte verschiedenster Bereiche abdecken lassen will.

Unternehmen sollten deshalb bis spätestens zur Jahresmitte 2016 das erforderliche Berichtswesen etablieren. Wichtige Themen in diesem Zusammenhang sind:
▪ Umweltverhalten und Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf Mensch und Natur
▪ Arbeitnehmerbelange (Umgang des Unternehmens mit Mitarbeitern und deren Interessen)
▪ Sozialbelange (Berücksichtigung von Stakeholdern und gesellschaftliches Engagement)
▪ Kundenbelange (Produktinformationen, Kundendatenschutz, Kundenzufriedenheit)
▪ Achtung der Menschenrechte, auch in der Lieferkette
▪ Maßnahmen zur Bekämpfung von Korruption und Bestechung